Fort de Brégançon

Das Department Var ist eine der Regionen Südfrankreichs, die mit einer besonders bewegten Historie verbunden ist. Ein wichtiger Teil dieser Geschichte ist zweifelsohne das Fort de Brégançon. Die Burg von Brégançon ist eine Festung, die auf einer Felseninsel zwischen Bormes-les-Mimosas und Saint-Tropez zu Hause ist. Hier thront das Kastell im Weiler Cabasson. Allerdings schreibt das Fort de Brégançon nicht nur wegen seiner strategisch günstigen Lage sowie damit verbundenen Auseinandersetzungen Geschichte. Die Liste einstiger berühmter Gäste auf der Burg liest sich wie das Who-is-Who der Zeitgeschichte.

Fort de Brégançon
In strategisch günstiger Lage ist die Burg von Brégançon nahe der Inseln von Hyères sowie den Silberminen der Stadt La Londe-les-Maures zu Hause

Eine Festung mit großer militärischer Bedeutung

In strategisch günstiger Lage ist die Burg von Brégançon nahe der Inseln von Hyères sowie den Silberminen der Stadt La Londe-les-Maures zu Hause. Diese Silberminen befanden sich einst im Besitz der Familie des Victor und Albert Roux, die später große Campingplätze in der Umgebung betrieben. Das bis 1481 den Grafen der Provence gehörige Kastell diente für lange Zeit als großer Handelsplatz.

Doch spätestens zum Ende des 15. Jahrhunderts wurde der Burg eine große militärische Bedeutung zugesprochen.

Eine Burg im Wandel der Zeit

Einstige Besitzer wie Ludwig XI., Kardinal Richelieu oder Napoleon Bonaparte als erster Konsul ließen auch keine Bemühungen unversucht, die Burg mit neuen Maßnahmen regelmäßig umzugestalten. Insbesondere Napoleon integrierte in die Festung mehrere Funktionen, indem er diese beispielsweise mit 23 Kanonen aufrüstete. Außerdem ist es ebenfalls den Bemühungen von Napoleon Bonaparte zu verdanken, dass der Festung heute das Semapfor des Cap Bénat als schützendes Element der Bucht von Toulon angehört.

Hier gaben sich Persönlichkeiten der Zeitgeschichte die Klinke in die Hand

Außerdem begegneten sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder namhafte Persönlichkeiten der Zeitgeschichte. Beispielsweise hielt sich die Königin Jeanne von Neapel einst an diesem Ort auf. Die Königin Neapels und Gräfin der Provence besuchte die Festung im Januar 1348, als sie aus ihrem Königreich in Richtung Avignon die Flucht ergriff. Dieser Schritt hatte für die Königin eine besondere Bewandtnis. Denn auf der Burg wollte sie sich mit Papst Klemens VI. treffen, an den sie sogar noch im selben Jahr die Stadt Avignon veräußerte.

Heute vermuten Historiker, dass sich König Karl IX. am 30. Oktober 1564 nur wenige Stunden im Fort de Brégançon aufhielt. Er nutzte die Burg als Zwischenstation einer größeren Rundreise durch sein einstiges gesamtes Königreich. Anschließend befand sich das Kastell unter Befehlsgewalt provenzalischer Kapitäne. Deshalb betraten Würdenträger die Burg für lange Zeit auch nicht.

Robert Bellanger nahm auf dem Fort de Brégançon eine Schlüsselrolle ein

Mittlerweile ist es ungefähr ein Jahrhundert her, als Robert Bellanger als einstiger Senator und Abgeordneter der 3. Republik die letzten umfangreichen Instandhaltungsmaßnahmen im Innenbereich der Burg durchführen ließ. Knapp 40 Jahre lang arbeiten fleißige Helfer engagiert daran, die Innenräume der Burg wieder in neuem Licht erstrahlen zu lassen.

Bellanger war übrigens auch die Person, die erstmals Präsidenten in der Burg willkommen hieß. Ein berühmter Gast war beispielsweise der Präsident Auriol, der ebenfalls über ein Anwesen auf dem Cap Bénat verfügte. Zu späterer Zeit wurde außerdem der Präsident Coty auf der Festung willkommen geheißen.

Von der Festung zur Sommerresidenz

Seit Beendigung des Mietvertrags von Robert Bellanger befindet sich das Fort de Brégançon wiederum im Besitz des Landes Frankreich. Seitdem gastierte mit General de Gaulle eine weitere namhafte Größe in dem Kastell. Denn dieser General hielt sich während eines Besuchs in Toulon für mehrere Gedenkfeiern für die Einweihung der Gedenkstätte des Mont Faron sowie anlässlich der Landung Alliierter in der Provence in dieser Region auf. Im Jahr 1968 wurde die Burg offiziell als Residenz für französische Präsidenten deklariert. Nun steht es den Präsidenten frei, die Festung als neue Sommerresidenz zu nutzen.

Ein beliebter Treffpunkt mit schlichter Architektur

Aufgrund der strengen Architektur vermittelt das Fort de Brégançon das Gefühl, als sei die Zeit tatsächlich stehengeblieben. Diese Festung thront heute auf einem 35 Meter hohen Felsen, der oberhalb der malerischen Strände des Departments Var die Blicke auf sich zieht. Die Wahl dieses Standorts ist natürlich alles andere als Zufall. Denn an dieser Position gilt das Fort de Brégançon als sicherer Zufluchtsort, an dem Einheimische gut vor Blicken anderer Personen geschützt sind. Ihren Status als Festung hat die Burg heute allerdings verloren. Vielmehr wissen Gäste das Gebäude als beliebte Sommerresidenz zu schätzen, die in ihrer Geschichte eine wichtige Rolle spielte und heute mit ihrem schlichtem Charme verzaubert.

Doch nicht nur deren Vorzüge als Sommerresidenz lassen begeisterte Gäste aufhorchen. Politiker wählen die Burg vorzugsweise aus, um Minister oder Delegationen aus dem Ausland im Fort de Brégançon zu empfangen. Die einstige Festung ist garantiert ein Ort mit repräsentativem Charakter, an dem schon die eine oder andere wichtige Entscheidung gefallen ist. Bereits deshalb ist das Fort de Brégançon auch garantiert einen Abstecher wert.


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