Vallauris

Nur zwei Kilometer vom Golfe-Juan entfernt, erstreckt sich das idyllische Töpferdorf Vallauris auf weiter Flur. Ihren Ruf als Töpferdorf verteidigt die 27.000-Seelen-Gemeinde schon lange: schließlich hat die Töpferei in dem Ort eine Jahrhunderte alte Tradition. Schon während der Antike widmeten sich die Einwohner von Vallauris der Töpferei. Daher rührt auch der ursprüngliche Name ‚Vallis aurea’, der aufgrund des hohen Tonvorkommens auf das ‚Goldtal’ verweist.

Bild von Vallauris
Straße in Vallauris

Vallauris: Aufschwung durch Picassso

Nachdem die Pest das gesamte Dorf ausgerottet hatte, fassten Anfang des 16. Jahrhunderts wieder Töpfer Fuß in Vallauris. Schnell widmeten sich die Künstler diesem Handwerk, bis das Gewebe nur wenige Jahrzehnte später wieder an Bedeutung verlor. Ihre Renaissance erlebte die Töpferei in Vallauris im 20. Jahrhundert, als sich in den ersten Jahrzehnten die Familie Massier der Herstellung künstlerischer Keramik widmete. Einen richtigen Aufschwung erhielt die Töpferei anschließend ab dem Jahr 1948, als Pablo Picasso bis zum Jahr 1955 in der Villa Galloise wohnte. Auch wenn sich Pablo Picasso nur ungefähr ein Jahr lang auf die Töpferei konzentrierte, hat diese Zeit ihre Spuren hinterlassen. Im Atelier du Fournas kreierte Picasso eine Vielzahl von Gemälden und Skulpturen, die – wie ‚Krieg und Frieden’ (1952) – später sogar als Hauptwerke dieser Periode galten. In der dem Picasso-Museum angeschlossenen Vorhalle einer Kapelle dürfen Besucher heute weitere Kunstwerke des Multitalents bewundern. Ein herausragendes Beispiel seines Lebenswerks ist die Bronzestatue ‚Mann mit dem Schaf’, die seit dem 1950 den Marktplatz von Vallauris verziert.

Picasso war mit seinen Töpferarbeiten selbst nie zufrieden

Der Töpferei widmete sich Pablo Picasso allerdings nur ein Jahr lang, da er selbst als größter Kritiker jeder einzelnen Keramikfigur galt. Dennoch trug der spanische Maler deutlich zur Wiederauferstehung der künstlerischen Keramik in Vallauris bei und wurde 1950 zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt. Bis heute haben die Einflüsse des Künstlers in Vallauris ihre Spuren hinterlassen. Hier begegnen Besucher einem der bedeutendsten Töpferdörfer der Côte d'Azur, indem Kunstliebhaber in zahlreichen Läden aus einer riesigen Bandbreite an Keramikartikeln schöpfen können. Allerdings sollten Kunstinteressierte darauf Acht geben, dass tatsächlich handgetöpferte Tonwaren den Besitzer wechseln. Wer mehr über Künstler spanischer Abstammung und dessen Einfluss auf die Töpferei vor Ort erfahren möchte, sollte sich einen Ausflug zum Musée national Picasso La Guerre et la Paix nicht entgehen lassen.


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