Sanary-sur-Mer - Sehenswürdigkeiten aus mehreren Jahrhunderten

Auf Reisen nach Sanary-sur-Mer entdecken Urlauber eine französische Hafenstadt am Mittelmeer, die idyllisch zwischen Toulon und Marseille gelegen ist. Hier begegnen Besucher einem geschichtsträchtigen Ort, der als "Hauptstadt der deutschen Literatur im Exil" in die Geschichte eingeht. Sanary-sur-Mer gleicht einem Freilichtmuseum, in dem die Entstehungsgeschichte der Stadt durch Sehenswürdigkeiten aus mehreren Jahrhunderten dokumentiert wird. Und dennoch mangelt es dem Reiseziel an nichts, womit Badeorte an der Côte d'Azur für gewöhnlich brillieren.

Blick auf Sanary-sur-Mer
Blick auf Sanary-sur-Mer

Sanary-sur-Mer Informationen

Verwaltungsbezirk   Toulon
Fläche:   19 km²
Einwohnerzahl:   16 000
Postleitzahl:   83110

Sanary-sur-Mer und seine Geschichte

Die Bezeichnung Sanary-sur-Mer ist vermutlich auf den provenzalischen Namen des Hl. Nazarius – Saint Nazaire – zurückzuführen. Für lange Zeit wurde der Ort als Kultstätte für den christlichen Märtyrer betrachtet. Um 1300 wandelte sich die Ortschaft in einen kleinen Weiler. Daraufhin erlebte die Region als Hafen von Ollioules ihre erste Blütezeit. Bis heute hat der Hafen Bestand. Wie es heißt, ist der Hafen der Stadt einer der authentischsten Häfen der Mittelmeerküste Frankreichs. Noch immer liegen in dem Hafen einige historische Boote vor Anker, die Teil des historischen Nationalerbes in Frankreich sind. Als Zufluchtsort für deutsche Literaten und Kulturvertreter von 1933 bis 1942 schrieb Sanary Geschichte.

Kulturelle Sehenswürdigkeiten

In der "Hauptstadt der deutschen Literatur im Exil" wurde in Sanary-sur-Mer ein Rundweg mit 40 Infotafeln eingerichtet, auf denen sich Besucher über diese bewegte Zeit informieren können. Stimmt es, dass Thomas Mann seinen Aufenthalt in der Stadt als "glücklichste Etappe" seines Exils bezeichnete? Ist es wahr, dass Bertolt Brecht in einem Hafencafé auf seiner Gitarre spottende Lieder über Hitler sang? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Rundweg. Wesentlich älter ist die um 1560 auf einer Anhöhe des Hafens erbaute Chapelle Notre Dame de Pitié. In dieser Kapelle lassen Besucher ihre Blicke bis hin zur Bucht von Sanary und den Hügeln von Toulon schweifen. Der mit Betkapellen aufgewertete Treppenweg präsentiert eine der schönsten Seiten dieses Gotteshauses. Doch auch den Pfarrgarten sollten Besucher auf einem Spaziergang erkunden.

Die religiöse Erkundungstour setzt sich bei der Chapelle des Pénitents Blancs oder der Kirche Saint-Nazaire aus dem 19. Jahrhundert fort. Im unmittelbar am Hafen gelegenen Tour Romane aus dem 14. Jahrhundert ist ein Museum untergebracht, in dem Fundstücke unterschiedlicher Wracks ausgestellt werden. Eine Stippvisite zum Jardin exotique et zoo führt zu einem zwei Hektar großen Park, der mit einer exotischen Pflanzen- und Tierwelt aufwartet.

Diese Veranstaltungen begeistern das Publikum

Am Mittwochvormittag herrscht in Sanary-sur-Mer Ausnahmezustand. Ist in dem charmanten Fischerdorf Marktzeit, platzieren fliegende Händler am Parkplatz des Hafengeländes bis zu 300 Stände. Provenzalische Lebensmittel für jeden Geschmack werden zu Schnäppchenpreisen veräußert. Außerdem kommen auf dem Wochenmarkt alle Shoppingenthusiasten auf ihre Kosten, die auf der Suche nach Souvenirs sind.

Veranstaltungen mit romantischen Bezeichnungen wie "Unter den Sternen" oder "Die quadratischen Künstler" finden zur Sommerzeit im Juli und August statt. Nur einen Monat vorher zelebrieren Einheimische am 3. Wochenende im Juni das Fest des Hl. Petrus. Besinnliche Stimmung kommt zur Weihnachtszeit auf, wenn die Chöre der Aufklärung Weihnachtslieder singen.

Ausflugsziele für besondere Momente

Sanary-sur-Mer ist von Traumstränden umringt. Es bedarf nur einer kurzen Anfahrtszeit, um die rund 280 Sonnentage pro Jahr am Plage Dorée oder Plage du Lido zu genießen. Die beiden Küstenabschnitte entdecken Urlauber unterhalb der D559. Hier tauchen Badebegeisterte ins glasklare Wasser des Mittelmeers ein. Nach einem erholsamen Sonnenbad an den Badebuchten des Plage de Beaucours oder Plage de Portissol sollten Weltenbummler einen Ausflug zu den Inseln von Embiez nicht scheuen. Dieses westlich von Toulon gelegene Archipel besteht aus fünf Inseln, von denen jede einzelne noch schöner als die andere ist. Fährverbindungen führen ab Sanary-sur-Mer zur größten Insel, der Île des Embiez. Auf diesem Eiland suchen Reisende zwar vergeblich nach sandigen Traumstränden. Mindestens genauso abenteuerlich ist es jedoch, im Wasser nach Seeigeln zu schnorcheln oder in einem Aquascope-Boot mit gläsernem Untergrund zu schippern.

So einfach ist die Anreise nach Sanary-sur-Mer

Auf einer Anfahrt mit dem eigenen Auto oder Mietwagen wählen Autofahrer zuerst die Autobahn A50, um bei der Ausfahrt Nr. 12 Bandol/Sanary auf die Küstenstraße D559 zu wechseln. Anreisen mit der Bahn enden am SNCF-Bahnhof Ollioules-Sanary. Mehrmals pro Tag wird der Bahnhof vom Regionalexpress bedient, der zwischen Hyères, Toulon und Marseille-St.-Charles verkehrt. Von diesem Bahnhof aus starten Busse nach Sanary-sur-Mer. Andere Züge legen am zwölf Kilometer entfernten Bahnhof in Toulon einen Halt ein. Der Flughafen Toulon-Hyères ist zwar nur 35 Kilometer von Sanary-sur-Mer entfernt. Allerdings verkehren an diesem Airport nur saisonale, inländische oder Charter-Flüge. Der Marseille-Marignane Airport ist zwar erst nach 75 Kilometern erreicht. Allerdings bedient der große internationale Flughafen regelmäßig Flüge ab Deutschland.

Unvergleichbar schön: Sanary-sur-Mer

Es gibt gewiss nicht viele Ortschaften, die die Bezeichnung "Paradies auf Erden" verdienen. Doch Sanary-sur-Mer trägt diesen Namen zurecht. Von feinsandigen Stränden umgeben, verzaubert das Fischerdorf mit dem typischen Flair der Côte d'Azur. Und dennoch hat sich das Städtchen sein authentisches urtümliches Ambiente bis heute bewahrt. Historische Stätten werden auf dem Boden der Stadt mit einem großen Hafengelände vereint. Hier schnuppern Besucher Geschichte. Kein Ereignis prägte die Vergangenheit der Stadt so sehr wie die Zeit des Exils während der nationalsozialistischen Machtübernahme. Wer die Stadt besucht, begibt sich automatisch auf die Spuren von literarischen Größen wie Stefan Zweig, Bertolt Brecht, Heinrich und Thomas Mann sowie Marta Feuchtwanger.


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